Mo 26. Februar 2024
20:30

Georg Graewe 'Nothing Personal' (D) / Ray Anderson 'Marching On – Solo Trombone' (USA)

Georg Graewe: piano
Ray Anderson: trombone

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Georg Graewe 'Nothing Personal'
Spätestens seit Erscheinen meiner CD “Six Studies for piano solo” (1987) sind Soloabende fester Bestandteil meiner Konzertagenda. MIt der 3-CD-Box “Nothing Personal” erscheint im November 2023 die inzwischen fünfte Veröffentlichung mit einer Auswahl von Konzertmitschnitten aus den Jahren 2012 - 2019.

Solokonzerte erfordern ein gewisses Durchhaltevermögen hinsichtlich Technik und Fantasie, haben aber den Vorteil, dass einem niemand in die Quere kommt - ausser einem selbst, und damit hat man dann auch genug zu tun. (Georg Graewe, Wien, 16.September 2023)

Lyrisch verspielt, hochvirtuos, klangsensibel und klar strukturiert: Der Solo-Auftritt von Georg Graewe in Ludwigshafen zeigte eindrücklich die Ausnahmestellung des Pianisten. Graewes musikalische Sprache hat die Jazzgeschichte von Jelly Roll Morton über Bill Evans bis hin zu Fred van Hove genauso absorbiert wie die Eleganz der französischen Klaviertradition oder die lakonische Prägnanz der Zweiten Wiener Schule. (Julia Neupert, SüdwestRundfunk (SWR), 2015)

"What distinguishes Graewe is his remarkable control, a focused urgency making his compositions/improvisations feel twice as dense. The way his hands tumble across the keys and over each other should make it inevitable that his fingers would get twisted up like Bugs Bunny playing Liszt, yet there is never a moment of anything other than perfect articulation. This is complemented/contrasted by an unusual rhythmic sense in some sections, almost a drunken lurch approaching proto-stride. And when he plays slow passages, the loveliness is highlighted by his seeming to wait until the absolute last possible millisecond to play a note. (Andrey Henkin, New York City Jazz Record, 2018)

Ray Anderson 'Marching On – Solo Trombone'
Soloposaune, den Lauf einer ganzen CD lang; das muss man sich erst einmal trauen, denn eine Posaune ist ein karges, manchmal auch störrisches Ding, üblicherweise kann es nur einen Ton auf einmal spielen. Und dann muss man etwas mitzuteilen haben, etwas, was über das übliche Verdächtige hinausgeht, über den gesanglichen Samtklang des Instruments, über die Gewissheit einer Melodie, etwas, was auf dem basiert, was jeder einzelne Ton an Informationsüberschuss produziert. Unter den Posaunisten des modernen Jazz war Ray Anderson schon immer derjenige, dessen Spiel ganz besonders von der enormen Fülle verbotener Klänge aus dem Arsenal von frühen afroamerikanischen Jazzposaunisten wie Vic Dickenson oder Trummy Young geprägt war. Auf „Marching On“, seinem Posaunensoloalbum, breitet er nun ganz im Sinn der Alten aus, wie sich Spaß und Herzenswärme mit einem Instrument verbinden, für das die Unterscheidung zwischen legitimem Ton und illegitimem Geräusch, Musik und Lärm nicht besteht. (Stefan Hentz, Jazz thing 146)