Mi 14. Februar 2024
20:30

Ostinato 'Average White Night' (A)

Rens Newland: guitar
Tommy Böröcz: drums
Christian Maurer: tenor, soprano saxophone
Andi See: alto saxophone
Simon Plötzeneder: trumpet, fluegelhorn
Robert Schönherr: keyboards
Robert Riegler: bass
Luis Ribeiro: percussions

Wir starten ca. 1/2 h vor Konzertbeginn den Live-Stream (Real-Time, nach Konzertende nicht mehr abrufbar!). Durch Klicken auf "Zum Livestream" öffnet sich ein Fenster, wo Sie kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im realen & virtuellen Club!

Heuer fallen Aschermittwoch und Valentinstag mit dem jährlichen Ostinato-Konzert in Porgy & Bess zusammen. Also DIE Gelegenheit, um sich nach dem Feiern am Faschingsdienstag vom ganzen Karnevalsgeschehen bei einem groovigen Konzert mit einem Strauß Blumen in der Hand zu erholen! Tatsächlich wird dieser Abend dem positiven, Funkysound der Average White Band gewidmet, ist sie doch für viele Funkbands, so auch für Ostinato eine sehr wichtige Inspiration gewesen! Auf dem Programm stehen Instrumentalfassungen u.a.von „Pick up the Pieces“, „Cut the Cake“ und „Work To Do“ gemeinsam mit unseren alten und brandneuen Tunes! STAY TUNED! (Rens Newland)

„1976 absolvierten wir unsere allererste kleine Tour, und zwar in Oberösterreich“, berichtet Ostinato-Drummer und Mitbegründer Tommy Böröcz im APA-Interview. Der Sohn einer in der 1956er-Ungarnkrise nach Österreich geflüchteten Familie bildet heute gemeinsam mit dem seit Jahrzehnten „eingewienerten“ holländischen Gitarristen und Produzenten Rens Newland (63) das „Führungsduo“ der im Moment achtköpfigen Band. Newland stieß 1981 zu Ostinato, weil das damalige Trio einen Gitarristen suchte. Im Jahr darauf trommelte Böröcz übrigens im Studio für den Falco-Erstling „Einzelhaft“.

Schicksal und Besetzung der Gruppe waren über die Jahrzehnte sehr wechselhaft: Auf dem aktuellen Album sind 52 (!) Ex-Bandmitglieder verewigt, darunter viele nicht nur in der heimischen Szene klingende Namen: an den Gitarren etwa Peter Legat (Mastermind von Count Basic) und Peter Paul Skrepek, an den Drums Joris Dudli, an den Trompeten u.a. Niki Friesenbichler, Bernhard Rabitsch und der unvergessene Karl „Bumi“ Fian, an den Keyboards u.a. Geri Schuller und Falco-Entdecker und „Kommissar“-Produzent Robert Ponger und an den Saxofonen u.a. Wolfgang Puschnig, Harry Sokal und Martin Fuss. Die erste Horn-Sektion von Ostinato, aus heutiger Sicht schlicht unglaublich: Bumi Fian (Trompete), Wolfgang Puschnig (Altsaxofon) und Harry Sokal (Tenorsaxofon).

Diese Ostinato-Besetzung gab es 1979 - direkt nach dem eigentlich größten Band-Abenteuer: Bei einem Konzert im Audimax der TU Wien 1977 lernten die Musiker rund um Böröcz einen argentinischen Percussionisten kennen, der sie überredete, „einfach“ auf Südamerikatour zu gehen, weil er so tolle Medienkontakte dort habe. „Also erklommen wir ein Schiff nach Buenos Aires“, erinnert sich der Drummer schmunzelnd. Problem Nummer eins: Noch vor der Abfahrt zerstritt man sich mit dem Südamerikaner - „daher bin ich mit dem Bassisten allein quasi als ‚Vorhut‘ gefahren, um Kontakte und Auftrittsmöglichkeiten zu sondieren, aber sicherheitshalber gleich mit allen Instrumenten“, so Böröcz. Problem Nummer zwei: „Unser gesamtes Equipment - Instrumente, Verstärker etc. - wurde bei der Einreise beschlagnahmt.“

Das Wunder: Ostinato waren allen Widrigkeiten zum Trotz schließlich ein ganzes Jahr in Südamerika unterwegs, absolvierten Auftritte in großen TV-Shows und auf Bühnen von Argentinien, Uruguay und Brasilien - alles mit geborgter Ausrüstung. „Nach Hause genommen haben wir unglaublich viel musikalische Inspiration, in Wahrheit eigentlich ein umfassendes Lebensgefühl - und ich ganz persönlich eine spezielle Schlagzeugtechnik“, resümiert Böröcz heute. Daher stammt auch der starke Latin-Touch im Ostinato-Sound aller Jahre.

Als Rens Newland zu Ostinato stieß, war er u.a. in der ORF-Big Band engagiert. Der Niederländer fungiere später jahrelang u.a. als musikalischer Leiter der Touren von Gloria Gaynor und den Supremes und ist - wie alle Ostinato-Mitglieder - permanent in unterschiedlichsten Projekten engagiert. Das ist nicht nur abwechslungsreich und interessant, das ist in Österreich auch eine Überlebensfrage - Newland: „Wer kann in Österreich von einem Projekt allein einigermaßen gut leben? Derzeit wohl niemand außer Christl Stürmer.“ Kleine Ergänzung: Andreas Gabalier...

Daher treten Ostinato auch sehr „selektiv“ (Newland) - sprich: unregelmäßig - live auf. Ein Problem, dass man da zu wenig aufeinander eingespielt sein könnte, sieht der Gitarrist nicht: „Die Harmonie entsteht auf der Bühne. Und oft ist das mehr Chemie- als Probesache.“ Böröcz ergänzt: „Wenn man musikalisch die gleiche Sprache spricht, verständigt man sich leicht“. Und er hat natürlich auch ein wirklich prominentes Beispiel als Beleg: Der heute 60-Jährige war 1986 mit Bass-Legende Jaco Pastorius (u.a. Weather Report) auf Tour - „und wir haben nicht eine einzige Probe gebraucht“. (Pressetext, 2017)