Fr 28. Juni 2024
20:30

Martha High & The Soul Cookers (USA)

Martha High: vocals
Roy Panebianco: guitar, vocals
Leonardo Corradi: hammond organ
Tony Match: drums

Wir starten ca. 1/2 h vor Konzertbeginn den Live-Stream (Real-Time, nach Konzertende nicht mehr abrufbar!). Durch Klicken auf "Zum Livestream" öffnet sich ein Fenster, wo Sie kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im realen & virtuellen Club!

Amerikanischer Funken, in Rom gezündet: Martha High

Just in Italien veröffentlicht die 74-jährige Martha High, einst bei James Brown, ein großes Soloalbum.

US-Soullabels wie Daptone und Big Crown haben vorgezeigt, wie es geht. Sie werden von jungen, meist weißen Musikern betrieben, die vernarrt in die Soul- und Funkästhetik der Sechziger und Siebziger sind. Um sich zu etablieren, engagierten sie erfahrene afroamerikanische Vokalisten. So kamen einst verkannte Granden wie Lee Fields und Sharon Jones zu neuem Publikum. Auch in Finnland gelang dieses Geschäftsmodell: Das Label Tuomo entdeckte u. a. Bobby Oroza.

Seit einigen Jahren gibt es so etwas auch in Rom: Im winzigen Blind Faith Studio spielt Luca Sapio Retro-Soul-Alben mit internationalem Flair ein. Sein größter Coup glückte ihm mit dem Engagement der US-Sängerin Martha High. Die in jungen Jahren Bo Diddley entdeckte Sängerin sang für die Jewels, ehe sie von James Brown entdeckt und in seine Revue abkommandiert wurde. Ihre frühen Soloalben konnten nicht vollends überzeugen. Ganz anders als das, was sie nun in Italien macht: Schon „Singing For The Good Times“ (2016) war famos. Das nun mit der All Star Band „Italian Royal Family“ aufgenommene „Nothing's Going Wrong“ ist noch intensiver. Bereits der Opener „A Little Spark“ lockt in eine samtige Gegenwelt. Es ist die Geschichte einer Läuterung. Zeilen wie „People lives are wrecked by sin and they blame it on the world we are in“ klingen schwer nach Gospel. Wenn die Bläser einsetzen, weiß man aber, dass es sich um ein weltliches Szenario handelt. In „I Sing America“ und „Land Of The Broken Promises“ wird sie sogar explizit politisch. Das erinnert streckenweise an Curtis Mayfield und Gil Scott-Heron. Programmatisch ist auch ihre Losung: „We got to take a stand, we got to show the world a little spark.“ Es funkt! (Samir H. Köck, Die Presse, 6. Februar 2020)